Warum wir manchmal überreagieren – was Trigger mit alten Erfahrungen zu tun haben
Die Arbeit türmte sich immer mehr auf und ich war völlig erschöpft. Die Arbeit einfach liegen zu lassen, war keine Option. Und dann kommt um 17.30 Uhr eine Kollegin rein und sagt: "Komm, wir gehen jetzt nach Hause, das reicht für heute". Und ich hätte sie fast erwürgt. Es ist einfach so aus mir herausgebrochen. "Nur weil du es dir leisten kannst, so früh nach Hause zu gehen. Und ich bin kein stinkfauler 0815-Angestellter, dem alles egal ist."
Den Rest habe ich zum Glück runtergeschluckt. Und nicht laut ausgesprochen.
Wo kam das denn plötzlich her? ????
Die Kollegin meinte es einfach nur gut mit mir. ...
Ich war stundenlang auf 1000 und konnte mich nicht mehr beruhigen. Meine Gedanken drehten sich nur noch um diese Kollegin. Ich war so voller Wut und Hass.
Ich konnte es nicht abstellen und verstanden habe ich es auch nicht. Auch Tage später nicht. Ich kannte es auch nicht von mir, dass ich jemanden so angefahren habe.
Heute weiß ich, was in mir vorgegangen ist und warum ich so extrem überreagiert habe. Die Kollegin in Verbindung mit der vielen Arbeit hat einfach eine ganz alte Wunde angetriggert.
In diesem Blogbeitrag möchte ich mehr über Trigger und den richtigen Umgang damit erzählen.
Und sollten Sie es sich lieber anschauen - hier geht's zum Video!
Was sind Trigger eigentlich?
Ein Trigger (engl. „Auslöser“) erinnert dein Nervensystem an eine alte, unverarbeitete Erfahrung – und ruft die damaligen Gefühle wieder hervor.
Das kann alles Mögliche sein:
-
eine Tonlage oder bestimmte Stimme
-
ein Geruch oder Geräusch
-
eine bestimmte Situation oder Person
-
ein Blick, ein Gesichtsausdruck
-
oder sogar ein bestimmter Wochentag oder Ort
Damals – oft in der Kindheit – warst du vielleicht hilflos, ängstlich oder überfordert. Du hattest keine Möglichkeit zu fliehen oder dich zu wehren. Dein Körper hat das Erlebte deshalb in vielen kleinen Fragmenten gespeichert: Gefühle, Körperreaktionen, Gedanken, Bilder, Beziehungserfahrungen.
Wenn heute ein ähnlicher Reiz auftaucht, reagiert dein Körper so, als würdest du das Alte gerade wieder erleben.
Das passiert blitzschnell und unbewusst – du bist plötzlich wütend, verletzt, ängstlich oder völlig erstarrt, ohne zu verstehen, warum.
Warum Trigger starke Reaktionen auslösen – trotz harmloser Situationen
Dein Verstand weiß, dass die Kollegin, der Partner oder dein Kind nichts „Schlimmes“ getan haben.
Aber dein Körper erinnert sich.
In diesem Moment schaltet dein Nervensystem in einen alten Überlebensmodus: Kampf, Flucht oder Erstarrung. Dein Gehirn unterscheidet nicht zwischen damals und jetzt – es will dich einfach schützen.
Darum fühlst du dich plötzlich:
-
innerlich wie ferngesteuert oder „neben dir“,
-
körperlich angespannt, zittrig oder mit Herzklopfen,
-
emotional überflutet – wütend, panisch oder traurig,
-
und danach oft leer, schuldig oder erschöpft.
Das ist keine Überempfindlichkeit.
Das ist eine erlernte Stressreaktion – ein Versuch deines Körpers, dich vor etwas zu beschützen, was einmal zu viel war.
Der Mensch der unter einem alten Kummer leidet sagt Dinge die keinen Bezug zur Gegenwart haben, tut Dinge die zu nichts führen wird mit seinen Lebenssituationen nicht fertig. Und leidet unter ständigen Gefühlen die nichts mit der Gegenwart zu tun haben.
Zitat von Harvey Jackins.
Gegenwart oder Vergangenheit – wie Trigger dich beeinflussen
Ein schönes Bild dafür:
Wenn du innerlich in der „Tagesschau“ bist, lebst du im Hier und Jetzt. Du nimmst wahr, was gerade passiert, und reagierst passend zur Situation.
Wenn du dich aber plötzlich fühlst wie damals – verletzt, klein, machtlos oder wütend – dann bist du im „Heimatfilm“.
Das Alte schiebt sich in die Gegenwart.
Du kannst dich fragen:
-
Passt mein Gefühl zur aktuellen Situation?
-
Passt die Intensität zu dem, was gerade wirklich passiert?
Wenn du merkst, dass das Verhältnis nicht stimmt, bist du wahrscheinlich getriggert – also in Kontakt mit etwas Vergangenem.
Wenn Sie sich wünschen, endlich nicht mehr diese intensive Gefühlsachterbahn zu erleben und nicht mehr bei jeder Kleinigkeit an die Decke gehen wollen, dann vereinbaren Sie jetzt Ihr kostenloses Kennenlerngespräch.
Warum alte Erfahrungen und Kindheitstrauma heute noch starke Gefühle auslösen
Unser Gehirn speichert normale Erlebnisse wie einen abgeschlossenen Film mit Anfang, Ende und Bedeutung.
Stark belastende Erfahrungen dagegen werden fragmentiert gespeichert – in Einzelteilen, ohne klaren Zeitbezug.
Ein Geruch, ein Tonfall oder eine Körperhaltung kann dann Jahre später ausreichen, um diese alten Fragmente wieder zu aktivieren.
In dem Moment selbst hast du keinen Bezug zur Vergangenheit. Du denkst, dass die Gefühle, Reaktionen und Gedanken, die gerade hochkommen, alle zur Gegenwart gehören.
Es kann sich vielleicht ausweglos anfühlen, als wärst du völlig hilflos und machtlos dem ausgeliefert. In Wirklichkeit bist du heute erwachsen, kannst Entscheidungen treffen und hast Handlungsmöglichkeiten. Damals als Kind warst du vielleicht hilflos und gefangen.
Oft erst später kommt die Frage: „Warum habe ich so reagiert? Warum fühlte sich das alles so existenziell an?“
Dann kannst du dich fragen: „Wie lange kenne ich dieses Gefühl schon?“ oder „Woher kenne ich dieses Gefühl?“
Genau das ist oft allein gar nicht so einfach zu erkennen – und manchmal hilft es, sich dabei Unterstützung zu holen.
Ist es immer ein Trauma aus der Kindheit?
Oft ja, aber nicht immer.
Viele Trigger entstehen in der Kindheit, wenn wir besonders abhängig und schutzlos waren.
Aber auch spätere Erfahrungen – etwa in Beziehungen, am Arbeitsplatz oder durch Krankheit oder Verlust – können sich tief einprägen.
Es geht dabei nicht um Schuld.
Sondern um Verständnis: Was ist in deinem Leben passiert, dass du heute so reagierst, wie du reagierst?
Dieses Erkennen ist ein erster wichtiger Schritt.
Wenn du jetzt verstehen und erkennen willst, warum du dich heute fühlst wie du dich fühlst und einen Weg in die Ruhe und Kraft finden willst, vereinbare jetzt dein kostenloses Kennenlerngespräch.
Tipps zum Umgang mit Triggern – erkennen und regulieren
Es gibt Wege, dein Nervensystem Schritt für Schritt wieder zu beruhigen – und dich sicherer zu fühlen, auch wenn dich etwas triggert.
1. Starke Reize nutzen
Wenn du völlig überflutet bist, hilft manchmal ein klarer Sinnesreiz, um dein Gehirn wieder „einzuschalten“:
-
Pfefferminzöl oder ein starker Geruch
-
etwas sehr Scharfes oder Saures schmecken (Chili, Zitrone)
-
kaltes Wasser oder ein Eispack spüren
Diese Reize holen dich körperlich ins Hier und Jetzt zurück. Leg dir solche kleinen „Notanker“ am besten vorher bereit.
2. Im Hier und Jetzt orientieren
Eine einfache Übung ist die 5-4-3-2-1-Methode:
-
Sieh dich um und nenne 5 Dinge, die du sehen kannst.
-
5 Dinge, die du hören kannst.
-
5 Dinge, die du spüren kannst (z. B. Boden unter den Füßen, Stoff auf der Haut).
Dann mit 4, 3, 2, 1 wiederholen.
Das bringt dich ins Hier und Jetzt – raus aus dem Heimatfilm
3. Regelmäßig Stress regulieren
Je besser dein Nervensystem reguliert ist, desto stabiler bleibst du in Trigger-Situationen.
Atemübungen, Meditation, bewusste Pausen oder Bewegung helfen, wieder in Balance zu kommen.
4. Achtsamkeit im Alltag
Achtsamkeit bedeutet, bewusst wahrzunehmen, was gerade da ist – ohne zu bewerten.
Kleine Momente reichen:
-
die Sonne auf deiner Haut spüren,
-
bewusst einen Kaffee trinken,
-
oder beim Spazierengehen hören, riechen, fühlen.
Diese kurzen Inseln im Alltag verankern dich in der Gegenwart.
Wenn du verstehst, was passiert, wird es leichter
Der wichtigste Schritt ist, zu erkennen, wann du getriggert bist.
Dieses Bewusstsein verändert vieles und unterstützt dich, wieder handlungsfähig zu werden.
Mit der Zeit lernst du, deine Reaktionen zu verstehen, dich schneller zu beruhigen und nach und nach wieder die Kontrolle zurückzugewinnen.
Manchmal braucht es dafür Unterstützung – weil die alten Geschichten zu schmerzhaft sind, um sie allein anzuschauen.
Und das ist völlig in Ordnung. Es ist mutig, sich Hilfe zu holen.
Wenn du besser verstehen möchtest, ob alte Erfahrungen oder unverarbeiteter Stress hinter deinen starken Reaktionen stecken, kannst du dir meinen kostenlosen Symptomcheck „Bin ich traumatisiert?“ herunterladen.
Er hilft dir, deine Symptome einzuordnen – und die Zusammenhänge zwischen Körper, Emotionen und alten Erlebnissen zu erkennen.
Wenn du merkst, dass alte Gefühle, Wut oder Angst dich immer wieder überrollen, musst du damit nicht allein bleiben. Ein kostenloses Kennenlerngespräch kann dir helfen, mehr Klarheit über deine Trigger zu gewinnen und Wege zu finden, dich wieder sicher und geerdet zu fühlen.

Kommentar schreiben